Heilverfahren

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In meiner Praxis setzte ich eine ganze Reihe unter­schied­licher Heil­ver­fahren ein.
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Vitamin B 17 / Amygdalin / Laetril / B17

Der Wirkstoff Mandelonitril-Diglukonat hat mindestens drei verschiedene Bezeichnungen:

  • Vitamin B17 (i)
  • Amygdalin oder
  • Laetril (ii).

Diese Substanz kommt natürlicherweise in bitteren Mandeln oder Aprikosenkernen vor. Das Molekül enthält zwei Traubenzuckermoleküle, die über ein Zwischenmolekül an Blausäure gebunden sind. Das Amygdalinmolekül ist sehr stabil und unter normalen Umständen vollkommen ungiftig (iii). Wie Amygdalin wirkt ist nicht vollständig geklärt. Diese Theorie erscheint zumindest plausibel:

Die Enzyme der Krebszellen zerschneiden das Amygdalin - die Blausäure wird frei

Die Enzyme der Krebszellen zerschneiden das Amygdalin - die Blausäure wird frei

Krebszellen haben unter anderem die Eigenschaft, dass sie in andere Zellen einwachsen und diese zerstören. Dazu dauen sie das umliegende Gewebe durch Enzyme an. Enzyme sind wie kleine Scheren, die z.B. Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate auseinander spalten. Die so genannten Glukogenasen sind zuckerspaltenden Enzyme und kommen in Krebszellen in wesentlich höheren Konzentrationen als im gesunden Gewebe vor.

Die Glukogenase spaltet nun die Zuckermoleküle vom Amygdalin oder Vitamin B17 ab und setzt dadurch die Blausäure frei. Diese ist nun ein extrem starkes Zellgift und blockiert die Verbrennung der Kohlenhydrate in der Krebszelle. Während gesunde Zellen Blausäure relativ gut entgiften können, haben Krebszellen überwiegend diese Möglichkeiten nicht und gehen zugrunde.

Allerdings gilt auch hier, wie für alle Wirkstoffe in der Biologischen Krebsmedizin, dass aufgrund der Nicht-Patentierbarkeit wenige Studien zu Amygdalin vorliegen. Erfreulicherweise untersuchte 2013 Prof. Roman Blaheta von der Goethe-Universität Frankfurt Amygdalin und seine Wirkung auf Tumorzellen. Er beobachtete ein signifikant reduziertes Tumorwachstum unter Amygdalin. Die Studie wurde übrigens von einer privaten Stiftung finanziert. Offensichtlich besteht kein besonders großes öffentliches Interesse an der Erforschung natürlicher, krebshemmender Mittel. Eine Übersichtsarbeit über alle verfügbaren klinischen Daten zu Amygdalin wurde 2007 von Milazzo et. al. veröffentlicht. Von 368 Krebspatienten kam es immerhin bei 12,5% zu einem teilweisen oder vollständigen Tumorrückgang, bei 6,8% schritt die Krankheit nicht mehr fort und bei weiteren 22,9% besserte sich die Symptomatik der Patienten (iv).

Fußnoten:

  1. Eigentlich ist Amygdalin kein Vitamin. Der amerikanische Biologe Ernest T. Krebs hat es so bezeichnet, weil er glaubte, dass eine amygdalinreiche Ernährung Krebs verhindern könnte, so wie Vitamin C die Mangelkrankheit Skorbut. Kritiker bezeichnen es daher als Pseudovitamin B17.
  2. Streng genommen gibt es mehrere, chemisch ähnliche Verbindungen, die nicht immer einheitlich bezeichnet werden. Biologisch wirksam ist vermutlich nur das hochreine R-Amygdalin. Das chemisch sehr ähnliche Iso-Amygdalin ist z.B. unwirksam. Eine US-amerikanische Studie der Mayo-Klinik konnte damit keinen Effekt bei Krebspatienten finden.
  3. Offiziell gilt Amygdalin als giftig. Es steht deswegen auf der Liste der bedenklichen Rezepturarzneimittel der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker. Begründet wird das mit einer Literaturangabe aus dem Jahre 1978. Allerdings stellte 2008 das Oberlandesgericht Niedersachsen fest, dass das hochreine Amygdalin völlig ungiftig sei und erlaubte der Flora-Apotheke in Hannover die Herstellung. Der Gutachter des Gerichtes, ein hochrenommierter Toxikologie, zerlegte die Argumentation der Arzneimittelkommission und der entsprechenden Gesundheitsbehörde (BFarm) vollständig und bezeichnete sie als "ungewöhnlich einseitig und lückenhaft".
    Hier der Link zu dem sehr lesenswerten Gerichtsurteil:
    http://www.nebel.cc/OVG_Niedersachsen_AZ_11_LB_350_05.pdf
  4. Milazzo interpretierte die Daten in der Zusammenfassung allerdings erstaunlicherweise anders. Sie meinte, dass die Behauptung, dass Laetrile nützliche Effekte bei Krebspatienten hätte, würde nicht durch solide, klinische Daten gestützt werden ("Therefore, the claim that laetrile has beneficial effects for cancer patients is not supported by sound clinical data").
    Da die meisten Ärzte und Journalisten, die Amygdalin kritisch gegenüberstehen, nur die Zusammenfassung (abstract) lesen und sich meistens nicht die ganze Studie kaufen, kommen sie daher zu dem unrichtigen Schluss, dass hier bewiesen wäre, dass Amygdalin unwirksam sei. Dabei handelt es sich bei den beschriebenen Fällen allesamt um unheilbare Krebspatienten und jeder Tumorstillstand, geschweige denn -rückgang ist mehr als erstaunlich. Diese Studie, die von allen Amygdalin-Gegnern gerne zitiert wird, ist daher ein Hinweis auf die Wirkung nicht auf die Wirkungslosigkeit von Amygdalin.

Die meisten, der in der Biologischen Tumortherapie verwendeten Substanzen sind nicht in größeren Studien getestet worden. Diese Therapien stellen so genannte ärztliche Heilversuche dar und finden auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten statt. Dieser hat ein verfassungsgemäß garantiertes Recht auf freie Arztwahl und Therapiefreiheit.